Die Auswirkung der Wassereinleitung auf die Sagter Ems

 

Ein wesentlicher Bestandteil unserer Anlage ist die vollständige Reinigung des Wassers, d.h. die Abtrennung der Feststoffe, die Verdampfung sowie die biologischen Reinigung, mit der sich anschließenden Einleitung in die Sagter Ems.

Die nachfolgenden Darstellungen geben einen Überblick über Aspekte, die mit der Einleitung von Wasser verbunden sind:

  • Einleiterlaubnis
  • Einleitstelle und Technik bei der Einleitung
  • Wassermengen und Auswirkungen der Einleitung auf die Wasserstände
  • Planungsabschluss der Trasse

Die Ausführungen zu der Aufbereitungstechnik können Sie hier unter dem Punkt "Die Wasseraufbereitung" nochmal nachlesen.

Wir haben alle aus unserer Sicht wesentlichen Aspekte aufgegriffen. Weitere Fragen, die sich aus den Darstellungen ergeben, beantworten wir - wie auch Fragen zu allen anderen Aspekten des Projektes - gerne. Schreiben Sie uns.

 

+ Hier finden Sie dazu das Kontaktformular.

Ablauf der Beantragung der Einleiterlaubnis

Sämtliche mit der Einleitung in Verbindung stehenden Auswirkungen werden im Zuge des Genehmigungsverfahrens zur Einleiterlaubnis unter anderem von Fachbehörden/Trägern öffentlicher Belange geprüft, bewertet und mit entsprechenden Vorgaben versehen. Fachbehörden/Träger öffentlicher Belange, die in diesem Fall beteiligt sind, sind unter anderem:

NLWKN (Niedersächsischer Landesbetreib für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) als Gewässerkundlicher Landesdienst (GLD) Niedersachsen

LAVES (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit), Dezernat Binnenfischerei und fischereikundlicher Landesdienst

Wasser- und Bodenverband „Friesoyther Wasseracht“

Ausgangspunkt aller Fragen, die mit Wassereinleitungen zusammenhängen ist die europäische Wasserrahmenrichtlinie. Diese schreibt ein Verschlechterungsverbot und gleichzeitig ein Verbesserungsgebot vor. Diese Richtlinie ist unumgänglichen, d.h. diese Vorgaben bilden für alle Vorhaben, welche eine Einleitung anstreben, den Rahmen für Einleitungen in Fließgewässer.

Zur Erklärung:

Das Verschlechterungsverbot besagt, dass das einzuleitende Wasser nicht zu einer Verschlechterung des Gewässers führen darf.

Das Verbesserungsgebot schreibt vor, dass Einleitungen zu einer Verbesserung der Qualität von Gewässern führen sollen.

Dementsprechend ist eine Verschlechterung der Wasserqualität der Sagter Ems ausgeschlossen.

Einleitstelle und Technik der Einleitung

Gesetzlich festgeschrieben ist, dass Einleitungen - unabhängig davon, wie sauber das eingeleitete Wasser ist - nicht in stehende Gewässer erfolgen dürfen.

Zu den stehenden Gewässern zählen auch Kanäle. Aus diesem Grund ist für das Projekt im c-Port der Küstenkanal nicht für die Einleitung von Wasser zugelassen, gleiches gilt für Seen und vergleichbare Gewässer. Eine Einleitung in die Sagter Ems ist grundsätzlich genehmigungsfähig.

Die Einleitung des Wasser erfolgt durch eine Stahlleitung, die unten im Flussbett verortet sein wird. Dadurch wird sichergestellt, dass das Wasser gleichmäßig von unten in den Fluss abgegeben und optimal und zu jeder Zeit gleichmäßig mit dem Flussgewässer vermischt wird. Eine Darstellung der geplanten Einleitstelle finden Sie in der Abbildung 1.

Einleitungen, wie sie bis in die 1980er Jahre üblich waren mit einem großen Rohr oberhalb der Wasseroberfläche, sind heute nicht mehr zulässig.

 

Wasserstand

Bei der Betrachtung der Auswirklungen einer Einleitung auf den Wasserstand der Sagter Ems ist es wichtig, die Relationen zwischen dem abfließenden Wasser (heutiger Zustand) und dem eingeleiteten Wasser zu kennen. Dabei ist bedeutsam, dass die Betrachtung mit einheitlichen Größen (Einheiten) erfolgt, da es ansonsten zu Fehlinterpretationen kommen kann.

Alle genannten Zahlen, die Sie hier finden, beziehen sich ausschließlich auf die geplante Einleitung von revis.

 

Grundlagen der Betrachtung:

Es wird immer der maximale Einleitwert (maximale Menge des Wassers, welches eingeleitet werden kann) herangezogen. Diese Menge wird in Relation zum Durchschnittswert der Wassermenge der Sagter Ems und der Fließgeschwindigkeit von heute gesetzt. Für das Beispiel Hochwasser wird die höchste gemessene Wassermenge der letzten 18 Jahre verwendet.

Die von revis geplante Menge zur Einleitung liegt bei 75 m³/h, umgerechnet sind dies 0,02 m³/s. Diese Menge ist die maximal ausgelegte Menge im Vollbetrieb der Anlage und bei vollständiger Einleitung des Prozesswassers.

 

Welche Auswirkungen könnte die Einleitung haben?

Grundsätzlich kann eine Einleitung zu zwei Einflüssen führen:

 

1. Die Fließgeschwindigkeit nimmt bei gleichbleibendem Pegelstand (Wasserstand) zu, oder

2. der Pegelstand steigt wobei die Fließgeschwindigkeit gleich bleibt

 

Diese beiden Einflüsse lassen sich mathematisch berechnen und abbilden. Dabei bilden sie für die Parameter Pegelstand und Fließgeschwindigkeit jeweils den maximalsten Wert ab.

Nach Einschätzung von Fachleuten liegt bei Einleitungen - ganz gleich in welches Gewässer sie vorgenommen werden - das mögliche künftige Realszenario zwischen diesen beiden Szenarien. Ausschlaggebend für die Auswirkungen darauf sind beispielsweise die Vegetation sowie ein heterogenes Flussbett und das Flussbild.

Die folgenden Auswertungen basieren auf Daten des NLWKN. Diese können von jedem Interessierten beim NLWKN eingesehen werden!

 

Der durchschnittliche Wasserstand

Heute beträgt die durchschnittliche Wassermenge, die an der Einleitstelle durchfließt 11.232 m³/h, oder umgerechnet 3,12 m³/s (max. Einleitung revis s.o: 75 m³/h bzw. 0,02m³/s).

Um die Zahlen greifbar zu machen folgt ein Vergleich: Heute fließen im Schnitt mathematisch 74.880 „Badewannen pro Stunde“ am Einleitpunkt vorbei. Diese Menge würde mathematisch um 500 Badewannen erhöht. So dass „morgen“ durch die Einleitung von revis auf 75.380 „Badewannen pro Stunde“ fließen.

Da eine Darstellung von über 70.000 Badewannen sehr unübersichtlich ist, haben wir die Relation heruntergerechnet: Auf 150 Badewannen, die im Fluss heute vorbeifließen, kommt bei Einleitung der Menge durch die revis eine Badewanne dazu.

 

Der Anteil des Wassers das von revis eingeleitet wird, entspricht  0,67%.

 

Hier die bildliche Darstellung des Verhältnisses in Badewannen umgerechnet:

 

 

Für die Parameter Fließgeschwindigkeit und Pegelstand lassen sich zwei maximale Szenarien berechnen:

Auswirkung auf Fließgeschwindigkeit:

Heute fließen durchschnittlich an der Einleitstelle bereits 11.232 m³/h mit einer Geschwindigkeit von 0,99 km/h vorbei. Durch die Einleitung von weiteren 75 m³/h erhöht sich somit die Geschwindigkeit um 0,01 km/h auf max. 1,00 km/h. In dem Fall würde der Wasserpegel nicht steigen.

 

Auswirkung auf den Wasserpegel

Heute fließen durchschnittlich an der Einleitstelle bereits 11.232 m³/h bei einem Pegelstand von 1,810 m vorbei. Durch die Einleitung von weiteren 75 m³/h erhöht sich somit der Pegelstand um 0,009 m auf max. 1,819 m. In dem Fall würde die Geschwindigkeit nicht steigen.

 

Erwartet werden darf, dass beide Effekte zusammen auftreten und sich gegenseitig kompensieren.

 

So könnte die Geschwindigkeit bspw. lediglich um 0,0005 km/h auf dann 0,995 km/h steigen. Gleichzeitig würde dann der Pegelstand um 0,0045 m auf dann 1,8145 m steigen. Eine Vielzahl von Möglichkeiten ist denkbar. Die oben genannten max. Werte sind aber die natürlichen Grenzen.

 

 

 

Der maximale Wasserstand (Hochwasser)

Die in den letzten 18 Jahren gemessene maximale Wassermenge, die an der Einleitstelle erreicht wurde, beträgt 67.896 m³/h, oder umgerechnet 18,86 m³/s (max. Einleitung revis s.o: 75 m³/h bzw. 0,02 m³/s).

 

Um die Zahlen greifbar zu machen folgt ein Vergleich: In der max. Hochwassersituation flossen max. 452.640 Badewannen pro Stunde am Einleitpunkt vorbei (max. Wasserstand in den letzten 18 Jahren). Diese Menge würde um 500 Badewannen erhöht. So würden „morgen“ durch die Einleitung von revis 453.140 „Badewannen pro Stunde“ fließen..

Da eine Darstellung von über 450.000 Badewannen sehr unübersichtlich ist, haben wir die Relation heruntergerechnet: Auf 905 Badewannen, die im Fluss heute max. vorbeifließen, kommt bei Einleitung der Menge durch die revis eine Badewanne dazu.

Der Anteil Wasser der von revis eingeleitet wird entspricht  0,11%.

 

Hier die bildliche Darstellung des Verhältnisses in Badewannen umgerechnet:

 

 

Für die Parameter Fließgeschwindigkeit und Pegelstand lassen sich zwei maximale Szenarien berechnen:

Auswirkung auf Fließgeschwindigkeit:

In der Vergangenheit flossen an der Einleitstelle bereits maximal 67.896 m³/h mit einer Geschwindigkeit von 3,47 km/h vorbei. Durch die Einleitung von weiteren 75 m³/h erhöht sich somit die Geschwindigkeit um 0,01 km/h auf max. 3,48 km/h. In dem Fall würde der Wasserpegel nicht steigen.

 

Auswirkung auf den Wasserpegel

In der Vergangenheit flossen an der Einleitstelle maximal bereits 67.896 m³/h bei einem Pegelstand von 2,67m vorbei. Durch die Einleitung von weiteren 75 m³/h erhöht sich somit der Pegelstand um 0,002 m auf max. 2,672 m. In dem Fall würde die Geschwindigkeit nicht steigen.

WICHTIG: Die Berechnung für die Hochwassersituation basiert darauf, dass der Fluss bei Hochwasser im Flussbett bleibt. Trat der Fluss bereits bei den Wassermengen in der Vergangenheit über die Ufer, sind die Auswirkungen der Einleitung nochmals geringer, aber nicht berechenbar.

 

 

HINWEIS: revis kann die Einleitung von Wasser jederzeit für bis zu 10 Tage stoppen. Die in den vergangenen 18 Jahren erreichte max. Anzahl von Tagen mit aufeinanderfolgendem Hochwasser waren 4 Tage!

Somit kann unsererseits sichergestellt werden, dass auf Wunsch der zuständigen Behörden bei Hochwasser KEIN Anstieg des Wasserstands durch unsere Einleitungen erfolgen muss, obwohl dieser nur extrem gering ausfallen würde (s.o).

 

Zusammenfassung:

Um das Verhältnis unserer Einleitung im Vergleich zu dem natürlichen Abflusssstrom der Sagter Ems darzustellen, finden Sie hier noch eine weitere Veranschaulichung: